
Blog · Podhale und Goralenküche
Geschichte und Traditionen der Goralenküche, Rezepte regionaler Gerichte, Neuheiten auf unserer Karte und Aktuelles aus Zakopane und der Podhale.

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Sauerkrautsuppe (Kwaśnica) Oscypek-Schafskäses haben sich zwar gut gehalten, doch viele der früheren Gerichte der Bergbewohner sind still und leise von den Tischen in Podhale verschwunden. Manche wurden über Generationen hinweg täglich gegessen, doch heute sucht man sie vergeblich in den Gasthäusern. Wir haben einige schmackhafte Kuriositäten über Gerichte und Bräuche zusammengestellt, die entweder ganz verschwunden sind oder nur noch sehr selten zubereitet werden.

Die Landwirtschaft in Podhale war schon immer ein Kampf gegen die Natur. Der kurze Sommer, die Kälte und der steinige Boden führten dazu, dass die Bergbewohner nur auf wirklich widerstandsfähige Pflanzen zählen konnten. Diese bestimmten, was in den Topf kam. Schauen wir uns einmal an, was genau auf den Feldern von Podhale wuchs und warum gerade diese Kulturen die Jahrhunderte überdauert haben.

Würde man 200 oder 300 Jahre zurückreisen und sich in einer Berghütte an den Tisch setzen, würde einen das Menü ziemlich überraschen. Kein Oscypek vom Grill mit Preiselbeeren, keine Portion Lammfleisch auf dem Teller. Die Alltagsküche der Bergbewohner war eine Küche der Armut: einfach, eintönig und vollständig davon abhängig, was sich auf dem steinigen Boden anbauen ließ. So sah der alte Bergtisch laut den Aufzeichnungen der Ethnografen tatsächlich aus.

Für uns ist ein Laib Brot etwas Alltägliches, das man gleich um die Ecke kaufen kann. Für die Bergbewohner von früher war echtes Brot hingegen eine Rarität, für die man sich auf den Weg machen musste, meist nach Nowy Targ. Warum musste man in einer Region, in der man seine Nahrung aus eigenen Erzeugnissen herstellte, ausgerechnet Brot außerhalb des eigenen Hauses beschaffen? Die Antwort liegt im Bergklima und in der Geschichte des ältesten Marktes der Region Podhale.

Wenn Sie sich in unserem Restaurant an den Tisch setzen, genießen Sie etwas, das auf eine mehrere hundert Jahre alte Geschichte zurückblickt. Doch woher wissen wir, was die Bergbewohner gegessen haben, bevor jemand Teller fotografierte und kulinarische Blogs schrieb? Die Antwort findet sich in alten Dokumenten, Hofregistern und Reisetagebüchern. Wir haben für dich zusammengetragen, was tatsächlich schriftlich überliefert ist, und zeigen dir, wo wir auf sicherem Boden stehen und wo wir vorsichtig sein müssen.

Noch im 19. Jahrhundert war die Küche der Bergbewohner eine Küche der Armut, die auf Hafer, Kohl und Milchprodukten basierte. Heute sind das warme „Oscypek-Schafskäse“ mit Preiselbeeren und eine Schüssel „Kwaśnica“ die Aushängeschilder der Region, wegen denen die Menschen in Scharen hierherkommen. Was ist zwischen diesen beiden Bildern geschehen? Die Antwort lautet kurz und bündig: der Tourismus. Es waren die Gäste aus der Stadt und insbesondere die Entwicklung von Zakopane, die die Bergküche neu geprägt haben. Und so kam es dazu.

Ohne Tiere gäbe es die Hochlandküche, wie wir sie kennen, nicht. Es waren Schafe und Kühe, und nicht die Felder –, die die wichtigsten Produkte lieferten: Milch, Käse und Fett. Die Viehzucht im Podhale hatte jedoch ihre eigene, streng gegliederte Welt, in der jedes Tier und jeder Mensch seine Rolle hatte. Schauen wir uns an, was und wie gezüchtet wurde und wie sich dies auf den Teller auswirkte.